Sonntag, 12. Februar 12 um 17:57 Alter: 97 days

Kampf den Ketten - Hilfe für psychisch Kranke in Westafrika

Von: U. Bock

Psychisch Kranke werden in Westafrika, z.B. in Benin oder in  Elfenbeinküste, in dunkle Verliese oder an Baumwurzeln gekettet. Man nennt sie deshalb „Kettenmenschen“.
Sie leiden unter Demenz, Schizophrenie und anderen seelischen Krankheiten. Die Dorfgemeinschaft hat Angst vor ihnen, denn die Gesunden glauben, die Kranken seien von Dämonen befallen und wollen sich deshalb von ihnen befreien. Der Aberglaube ist in afrikanischen Ländern immer noch stark verbreitet.
Psychisch Kranke erhalten derzeit keine Hilfe von großen Hilfsorganisationen, sie kommen in den Programmen nicht vor!
Wir sind auf einen Förderverein in Reutlingen gestoßen, der die katholische Organisation „St. Camille de Lellis“, die Therapiezentren für psychisch Kranke errichtet, finanziell und durch die Lieferung von Psychopharmaka (Medikamente gegen psychische Erkrankungen) unterstützt. Mehr als 15000 Menschen wurden von St. Camille seit der Gründung im Jahr 1991 behandelt. Inzwischen gibt es 15 Zentren, die sich um die „Kettenmenschen“ kümmern.
Nach der Aufnahme werden sie zunächst gewaschen, die Nägel werden geschnitten, man befreit sie von Parasiten und Würmern. Dann werden sie kostenlos ärztlich untersucht und man beginnt eine Behandlung mit Medikamenten, die ihnen ein normales Leben ermöglicht. Später machen sie dann eine Ausbildung und bekommen für ihre Arbeit einen Lohn. Oft ist es das erste selbst verdiente Geld für die Menschen.
„Wer angekettet wird wie ein Hund, der wird zum Hund!“, sagt Gregoire Ahongbonon, der Leiter von St. Camille, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, sich für die Kettenmenschen einzusetzen.


 
Sie sind hier: Aktuelles
English
Français